Skonto: Definition, Berechnung & Beispiele

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Skonto: Definition, Berechnung & Beispiele

Unser wirtschaftliches Leben ist von Geldflüssen geprägt – je schneller Zahlungen deiner Kunden eingehen, desto früher kannst du Rechnungen von Lieferanten bezahlen, Investitionen tätigen oder Schulden abbauen. Als Verkäufer ermutigst du deine Debitoren, die Rechnung noch vor dem eigentlichen Fälligkeitstermin zu überweisen. Als Rechnungsempfänger hilft Skonto dir beim Sparen.

Skonto – die Definition des Begriffes

Wörtlich übersetzt bedeutet das italienische Wort „skonto“ Rabatt oder auch Abzug. In Geschäften zwischen Unternehmen ist es üblich, für eine sofortige oder zeitnahe Bezahlung von Rechnungen Skonto zu gewähren. Für private Einkäufe ist das meist nicht möglich. Skonto (Mehrzahl: Skonti) wird auch bei Barzahlungen eingeräumt.

Die Bedeutung von Skonto für Käufer und Verkäufer

Einkaufspreise werden in der Regel ohne die Berücksichtigung von Skonto verhandelt. Zu den Bedingungen des Warenbezugs gehören aber auch immer die Vereinbarungen über die Zahlungsfrist. Unternehmen verkaufen auf Ziel – ihre Rechnungen sind dann erst später fällig. Als Kunde erhältst du so Gelegenheit, die Lieferungen zu prüfen. Üblich in B2B-Geschäften sind Skontobeträge von 2 bis 3 Prozent des Rechnungsbetrages. Auf der Rechnung müssen Skontosatz und Skontofrist bzw. -datum vermerkt sein. Dann darfst du deine Zahlung entsprechend kürzen. Das bringt dir Vorteile, denn so sparst du erhebliche Kosten ein.

Der Ausweis von Skonto auf der Rechnung

Lieferanten können zwischen zwei Varianten des Skontoausweises wählen:

1. Skontoabzug innerhalb einer bestimmten Frist

Diese Möglichkeit siehst du in der Praxis häufig, auf der Rechnung steht dann der Hinweis

„Zahlung mit Skonto von 3 Prozent innerhalb von 10 Tagen nach Rechnungseingang“

oder

„Zahlung mit Skonto von 3 Prozent innerhalb von 10 Tagen nach Rechnungsdatum“

2. Skontoabzug bis zu einem bestimmten Datum

Der Lieferant kann dir auch bis zu einem bestimmten Tag Skonto einräumen.

„Zahlung mit Skonto von 3 Prozent bis zum ….“

Obwohl die zweite Variante nicht so häufig ist, ist sie die elegantere. Denn mit der genauen Datierung kann es keine Unstimmigkeiten über den Tag des Rechnungseingangs geben. Deine Kunden können Skontofristen schon einmal etwas großzügiger auslegen, den genauen Tag des Rechnungseingangs kennst du als Rechnungsaussteller gar nicht.

So kannst du das Skonto berechnen

Viele Unternehmen stellen sich die Frage, ob das Skonto vom Brutto oder Netto berechnet wird. Ausgangspunkt der Skontoberechnung ist immer der zu zahlende Betrag der Rechnung inklusive Mehrwertsteuer, also der Bruttobetrag. Viele Lieferanten weisen auf ihren Rechnungsbelegen auch den Skontobetrag bereits aus. Notwendig nach §14 des Umsatzsteuergesetzes ist das jedoch nicht.

Beispiel für die Skontoberechnung:

Rechnungsbetrag netto: 1.000,00 €

Mehrwertsteuer: 190,00 €

Rechnungsbetrag brutto: 1.190,00 €

Skonto 3 %: 35,70 €

zu zahlender Betrag: 1.154,30 €

Der Skontobetrag enthält wiederum Mehrwertsteuer – sowohl Lieferant als auch Kunde müssen das in ihrer Umsatzsteuervoranmeldung berücksichtigen.

Allgemein kannst du das Skonto mit dieser Formel berechnen:

Bruttobetrag x Skontosatz in Prozent = Skontobetrag

Skonto und Rabatt in der Buchhaltung von Eingangsrechnungen

Sowohl Skonto als auch Rabatt werden in der Buchhaltung als Entgeltminderung verbucht. Auch Rabatte müssen auf den Rechnungen ausgewiesen werden. Diese werden in der Finanzbuchhaltung auch sofort berücksichtigt. Du buchst also gleich den verminderten Betrag ein. Bei Skonto geht das nicht, da du bei Erhalt der Rechnung meist noch nicht weißt, wann du bezahlst. Daher erfasst du den vollen Rechnungsbetrag. Erst bei der Verbuchung der Zahlung vom Bankkonto berücksichtigst du den Skontobetrag.

Der Buchungssatz bei Rechnungseingang:

Wareneingang 1.000,00 €

Abziehbare Vorsteuer 190,00 €

an

Lieferant A 1.190,00 €

Der Buchungssatz bei Skonto – Zahlung durch Banküberweisung:

Lieferant A 1.190,00 €

an

Bank 1.154,30 €

Erhaltenes Skonto 30,00 €

Vorsteuer 5,70 €

Auch das Skonto bei Barzahlung wird ähnlich gebucht, hier würdest du natürlich das Sachkonto für die Kasse ansprechen.

Der Skontoabzug wird also nicht direkt gegen den Wareneinkauf verbucht. Er mindert deine Einkaufskosten nicht. Die Warenkonten werden im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung für die Kalkulation der Verkaufspreise ausgewertet. So stellst du sicher, dass das Lieferantenskonto dort nicht berücksichtigt wird.

Das Skonto in der Buchhaltung von Verkaufsrechnungen

Das Gewähren von Skonti solltest du auch in den Verhandlungen mit deinen Kunden geschickt nutzen. Deine Preiskalkulation könnte so aussehen:

Selbstkosten 1.000,00 €

+ Gewinn (30%) 300,00 €

Barverkaufspreis 1.300,00 €

+ Skonto 3% 39,00 €

Zielverkaufspreis 1.339,00 €

+ Rabatt 10% 133,90 €

Listenverkaufspreis 1.472,90 €

Skonto und Rabatt werden also immer addiert. Denke daran, dass du die Lieferung auf Ziel auch finanzieren musst. Die Addition des Kundenskontos kannst du als Zinsen ansehen, die fällig wären, wenn du deinen Kontokorrentkredit in Anspruch nehmen würdest. Diese Rechenweise entschädigt auch dafür, dass du ja selbst kein Skonto auf deine Lieferantenrechnungen ziehen kannst, weil dein Kunde die Zahlungsfrist voll ausschöpft.

Der Buchungssatz bei Rechnungsausgang:

Debitor B 1.190,00 €

an

Umsatzerlöse 19% 1.000,00 €

Umsatzsteuer 190,00 €

Der Buchungssatz für Skonto im Verkauf – Zahlungseingang durch Bankgutschrift:

Bank 1.154,30 €

Gewährtes Skonto 30,00 €

Umsatzsteuer 5,70 €

an

Debitor B 1.190,00 €

Auch hier wird die Umsatzsteuer also bei Zahlungserhalt korrigiert.

Lohnt sich die Zahlung aus dem Kontokorrent, um Skonto zu erhalten?

In der Regel ja. Auch wenn der Zinssatz für die Überziehung höher ist, musst du hier genau auf die Zeiträume schauen. Die Zinsen für den Kontokorrent gelten per anno – also für 30 Tage, in denen du den Kredit in Anspruch nimmst. Für die Skontoberechnung multiplizierst du den Rechnungsbetrag mit dem Skontosatz.

Beispiel:

Rechnungsbetrag 1.190,00 €, zahlbar innerhalb von 30 Tagen, 3% Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen. Bis dahin wäre der Lieferantenkredit kostenfrei, ab dem 11. Tag würde er verzinst werden (20 Tage).

Skonto als „Zins“ für den Lieferantenkredit: 1.190 € x 3% = 35,70 €

Zinsen für eine genehmigte Überziehung laut Kontokorrentvertrag: 4% p.a.:

(1.190 € – 35,70 €) x 4% / 360 Tage x 20 Tage = 2,56 €

Ersparnis: 35,70 € – 2,56 € = 23,14 €